Wer sich mit Ernährung und Bewegung beschäftigt, stößt auf unzählige, sich häufig widersprechende Konzepte. Daraus resultiert eine oftmals lange Odyssee durch Diäten, Fastenkuren Ernährungsumstellungen etc. Und am Ende ist man häufig genauso schlau wie am Anfang, hat unter dem Strich eher zugenommen als abgenommen und eventuell vorhandene gesundheitliche Beschwerden sind weiterhin vorhanden.
Mein Ernährungs- und Bewegungskonzept basiert darauf, Ihnen einige grundsätzliche Informationen zu vermitteln und Umsetzungsalternativen aufzuzeigen. Diese Vorgehensweise wird Sie in die Lage versetzen, sich für ein für Sie persönlich schlüssiges Handlungskonzept zu entscheiden.
In Kurzform möchte ich nachfolgend einige Grundsätze erläutern, damit Sie einen Eindruck von meiner Ernährungs- und Bewegungsphilosophie erhalten. Basis allen Bemühens ist ein gesundes Darmmilieu. Im Darm sind etwa 70% des menschlichen Immunsystems angesiedelt. So ist es leicht vorstellbar, dass Störungen des Darmmilieus und der Darmschleimhaut erhebliche Auswirkungen auf alle Körperregionen haben können. Wichtige Körperfunktionen werden darüber hinaus durch ein moderates und regelmäßig ausgeführtes Kraft- und Ausdauertraining optimal unterstützt.
Auf dieser Globalaussage basieren die folgenden Grundsätze:
1. Grundsatz: Essen Sie nur Nahrungsmittel, die Sie vertragen
2. Grundsatz: Sorgen Sie für ein ausgewogenes Säure- Basen-Verhältnis
3. Grundsatz: Versorgen Sie Ihren Körper mit genügend Vitalstoffen
4. Grundsatz: Führen Sie in ausreichendem Maße Ballaststoffe zu
5. Grundsatz: Reduzieren Sie Ihre glykämische Last
6. Grundsatz: Trinken Sie ausreichend
7. Grundsatz: Verzehren Sie möglichst gering belastete Lebensmittel
8. Grundsatz: Essen Sie das richtige zur richtigen Zeit
9. Grundsatz: Machen Sie regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining
10. Grundsatz: Finden und erhalten Sie Ihre Balance
1. Grundsatz:
Essen Sie nur Nahrungsmittel, die Sie vertragen.
Jeder Mensch ist individuell, das betrifft auch seine persönliche Fähigkeit, Lebensmittel zu verstoffwechseln. Was für Hans gut ist, verträgt Hanna möglicherweise nicht und andersherum. Lebensmittel, die nicht gut vertragen werden, schädigen die Darmflora und die Darmschleimhaut und tragen - neben weiteren Einflussfaktoren - dazu bei, dass sie über kurz oder lang durch Mikroverletzungen durchlässig wird (Leaky-Gut-Syndrom).
Ich biete Ihnen ein Testverfahren an, das Aufschluss über Ihre individuelle Nahrungsmittelimmunität gibt und helfe Ihnen anschließend dabei, die Ergebnisse im Alltag durch eine ggf. angezeigte Ernährungsumstellung umzusetzen. Dabei arbeite ich mit einem Labor zusammen, das mehr als 20 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

2. Grundsatz:
Sorgen Sie für ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis.
Unsere übliche Zivilisationskost ist davon gekennzeichnet, dass wir uns zu sauer ernähren. Säure ist hier nicht im geschmacklichen sondern im chemischen Sinne zu verstehen (pH- Wert unter 7= sauer, über 7= basisch). Lebensmittel, die sauer verstoffwechselt werden, sind beispielsweise Kaffee, Alkohol, Weißmehlprodukte, Fleisch, Fisch u.v.m., basisch werden dagegen in der Regel alle Obst- und Gemüsesorten verarbeitet.
Große Säureüberschüsse werden dem Körper u.a. durch die in der heutigen Zeit stark angestiegenen Eiweißmengen zugeführt. Dadurch leiden viele Menschen unter latenter Azidose (permanente Übersäuerung). Ernähren wir uns also dauerhaft zu sauer, lagert der Organismus überschüssige Säuren als Stoffwechselschlacken im Körper ab.
Unsere Ausscheidungsorgane (in erster Linie Niere und Leber, darüber hinaus aber auch Haut und Lunge) sind zwar in gewissen Grenzen in der Lage, diese Stoffwechselschlacken zu entsorgen. Ist deren Kapazitätsgrenze erreicht und fehlen dem Körper Ausscheidungsmedien (Niere: Wasser, Leber: Ballaststoffe - auch Faserstoffe genannt), werden diese unerwünschten Stoffe im Körper deponiert. Nun gibt es drei Orte (bzw. Ortsgruppen), an denen dies geschieht.
Bevorzugt werden Stoffe im Fettgewebe eingelagert. Damit sie den restlichen Organismus nicht belasten, werden sie von Fettzellen eingeschlossen. Dies kann bei entsprechender Menge zu Übergewicht führen.
Als nächster Ablageort wird das Bindegewebe als „Müllkippe“ auserwählt.
Der dritte Ort ist das Synovialgewebe – so wird das Bindegewebe in Gelenken bezeichnet. Sobald die Ernährung auf Basenüberschuss umgestellt wird – wie dies beispielsweise bei einer Fastenkur der Fall ist – kann der Körper die eingelagerten Säureschlacken wieder entsorgen.
3. Grundsatz:
Versorgen Sie Ihren Körper mit genügend Vitalstoffen.
Wir essen im Überfluss und sind dennoch mangelernährt. Dies ist bei näherem Hinsehen kein Widerspruch: Die Alltagskost versorgt uns üblicherweise mit reichlich Kalorien. Aufgrund nicht optimaler Lebensmittelauswahl enthält diese Nahrung aber oftmals zu wenig Vitalstoffe. Darunter werden Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe verstanden. Je vollwertiger ein Lebensmittel ist, je weniger es behandelt wird und je frischer es ist, desto größer ist üblicherweise sein Anteil an Vitalstoffen. Leider führen intensive Bearbeitung, minderwertige Herstellungsverfahren, oftmals lange und nicht sachgerechte Lagerung dazu, dass Lebensmittel nur noch geringe Vitalstoffmengen aufweisen. Wer es im Alltag nicht schafft, frisches Obst und Gemüse und andere sinnvolle Lebensmittel in guter Qualität und somit mit hohen Vitalstoffgehalten zu sich zu nehmen, sollte darüber nachdenken, geeignete Substitutionsprodukte zu verwenden.

4. Grundsatz:
Führen Sie in ausreichendem Maße Ballaststoffe zu.
Ballaststoffe haben ihren Namen in einer Zeit erhalten, in der man davon ausging, dass sie durch den Körper ohne Nutzen einfach nur durchgeschleust wurden. Heute weiß man, dass sie wichtige Funktionen erfüllen. Sie dienen der Leber als Ausscheidungsmedium: Schadstoffe, die von der Leber über den Gallengang ausgeschieden werden, werden nur dann aus dem Körper entsorgt, wenn sie im Darm an Ballaststoffe andocken können. Ist dies nicht der Fall, werden sie über die Darmschleimhaut erneut aufgenommen und belasten den Organismus aufs Neue. Darüber hinaus bilden Ballaststoffe hervorragende Nahrung für die Bakterien, die unseren Dickdarm besiedeln. Sie verfügen über weitere hervorragende Eigenschaften, die hier nicht vollständig aufgelistet werden können. Im persönlichen Gespräch erzähle ich Ihnen gerne mehr darüber.

5. Grundsatz:
Reduzieren Sie Ihre glykämische Last.
Morgens Brötchen mit Honig, mittags gezuckerter Sahnequark, zwischendurch ein Müsliriegel und abends Pizza aus Weißmehlteig. Mit einer derartigen Kostzusammenstellung fährt der Insulinspiegel Achterbahn. Die Enzyme Insulin und Glukagon (der weniger bekannte Gegenspieler des Insulins) sind wichtig, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Bei häufiger Aufnahme kurzkettiger Kohlenhydrate (man spricht dann von hoher glykämischer Last), steigt der Blutzuckerspiegel stark an und die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Es sorgt dafür, dass Zucker in den Zellen eingelagert wird und somit die hohe Konzentration im Blut schnell wieder abnimmt. Geschieht dies zu häufig, gerät die Leistungsfähigkeit der Bauchspeicheldrüse an ihre Grenzen, außerdem wird immer mehr Insulin benötigt, um den Zucker in die Zelle einzuschleusen. Schließlich wird auch der Fettstoffwechsel durch hohe Insulinraten blockiert. Häufige Folgen sind Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Mit dem Verzehr von Lebensmitteln, die eine niedrige glykämische Last aufweisen, beugen Sie Übergewicht vor und entlasten Ihre Bauchspeicheldrüse.

6. Grundsatz: Trinken Sie ausreichend
Wasser erfüllt eine ganze Reihe wichtiger Funktionen im Organismus, z.B. Transport- und Entsorgungsaufgaben. Empfehlungen zur richtigen Trinkmenge variieren stark. Als Minimum kann man aber 1,5 bis 2 Liter als tägliche Trinkmenge empfehlen. Sie ist jedoch von zahlreichen Faktoren abhängig. Ein hart arbeitender Hochofenarbeiter benötigt deutlich mehr Flüssigkeit als ein Manager im klimatisierten Büro. Im Sommer wird mehr Wasser benötigt als im Winter. Empfehlenswerte Getränke sind Mineralwasser oder Leitungswasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees,
Obstsaftschorlen (1/3 Saft, 2/3 Wasser) und Gemüsesäfte (am besten verdünnt).

7. Grundsatz:
Verzehren Sie möglichst gering belastete Lebensmittel.
So verführerisch die Zaubereien der Lebensmittelindustrie auch anmuten – gesund ist es nicht, wenn erhebliche Mengen an Farbstoffen, Konservierungsmitteln, Geschmacksverstärkern etc. den verführerischen Speisen beigefügt werden. Hinzu kommen Medikamente, Schwermetalle und viele andere Umweltgifte, die allesamt in den Darm gelangen und nach und nach – neben den anderen genannten Einflussfaktoren - die Darmschleimhaut schädigen und zu ihrer Durchlässigkeit beitragen. Die nachgewiesenermaßen niedrigste Schadstoffbelastung weisen Nahrungsmittel aus kontrolliert biologischem Anbau auf.

8. Grundsatz:
Essen Sie zur richtigen Zeit
Die meisten Menschen kennen noch das heute ein wenig aus der Mode gekommene Sprichwort: „Frühstücke wie ein Kaiser, iss zu Mittag wie ein König und zu Abend wie ein Bettler“. Darin steckt viel Weisheit auch wenn die Umsetzung zugegebenermaßen nicht einfach ist. So gegen 19.00 Uhr stellt unser Verdauungssystem seine Tätigkeit weitgehend ein. Wer danach noch üppige Mahlzeiten verzehrt, muss mit Verdauungsproblemen und Schlafbeschwerden rechnen. Im Idealfall sollte man spätestens um 18.00 Uhr eine leichte Gemüsemahlzeit zu sich nehmen (gekochtes Gemüse ist wesentlich leichter verdaulich als Salat und Rohkost). Damit entlasten Sie Ihr Verdauungssystem optimal. Ich deutete bereits an, dass die Umsetzung dieses Grundsatzes mit dem heutigen Lebensstil nur schwer in Einklang zu bringen ist. Vielleicht schaffen Sie es ja an einigen Tagen in der Woche.

9. Grundsatz:
Machen Sie regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining
Kennen Sie den Spruch: „Gehen Sie dreimal am Tag mit dem Hund raus, auch wenn sie keinen haben?“ Unser Körper benötigt Bewegungsreize, um dauerhaft gesund zu bleiben. Der sitzende Lebensstil, der sich im letzten Jahrhundert entwickelt hat und der sich immer mehr durchsetzt, ist von Mutter Natur einfach nicht vorgesehen, Evolution ist halt ein sehr langsamer Prozess!
Nutzen Sie alle Bewegungsreize, die der Alltag bietet…und tun Sie dies mit Freude. Verabschieden Sie sich aber gleichzeitig von zwanghaften Trainingsmühen, das werden Sie nicht lange durchhalten. Ich unterstütze Sie dabei, geeignete Bewegungsformen zu finden. Für den Erhalt Ihrer Gesundheit eignen sich insbesondere Ausdauertraining und moderates Krafttraining.

10. Grundsatz:
Finden und erhalten Sie Ihre Balance
Wir bewegen uns tagtäglich in Spannungsfeldern. Berufliche oder schulische Herausforderungen fordern uns sehr und wir laufen Gefahr, sie nicht bewältigen und Erwartungen unseres Umfeldes nicht gerecht werden zu können. Neben einer guten Ernährung und einer ausgleichenden Bewegung ist es wichtig, die innere Balance zu erreichen, den Ausgleich zwischen Spannung und Entspannung. Finden Sie den Stoppschalter und reduzieren Sie Ihre Stressbelastung. Stress ist übrigens auch ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Entstehung von Übergewicht. Sollten Sie Probleme damit haben, abzuschalten, empfiehlt es sich ggf. Entspannungsmethoden zu erlernen. Diese gehören nicht zu meinem Beratungsspektrum, aber ich helfe Ihnen gerne dabei, entsprechende Angebote zu finden.

Fazit:
Viele chronische Krankheitsbilder haben häufig ernährungsbedingte Ursachen und können durch geeignete Umstellungsmaßnahmen sowie durch die Vermeidung unverträglicher Nahrungsmittel in vielen Fällen erheblich gelindert werden. Natürlich ist es auch sinnvoll, sich präventiv mit diesem Konzept auseinanderzusetzen, um es gar nicht erst zu Krankheiten kommen zu lassen. Hilfreich ist in jeder Phase eine Unterstützung durch geeignete Sport- / Bewegungskonzepte.
Es wird kaum jemandem gelingen, sein Bewegungs- und Ernährungsverhalten von heute auf morgen in dieser Weise umzustellen. Jedoch können diese Grundsätze als übergeordnete Orientierung dienen. Ich berate und unterstütze meine Kunden bei dem manchmal nicht ganz einfachen Umstellungsprozess. Dazu gehört auch ein „Küchen-Coaching“.
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